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Fachbereich Spezielle Dermatochirurgie

Prof. Dr. Matthias Möhrle
Prof. Dr. Matthias Möhrle

Facharztausbildung, Habilitation ("Evaluation operativer Strategien beim malignen Melanom") und Oberarzt an der Universitäts-Hautklinik Tübingen (1992-2010). Professeur des Universités associé an der Université de Bordeaux (2006/2007).
Aufbau und Organisation der Hochschulkooperation zwischen der Eberhard Karls Universität Tübingen und dem Regional Dermatology Training Centre in Moshi Tanzania (seit 2009).
Seit 2011 in freier Praxis, "Praxisklink Tübingen - Haut und Venen" gemeinsam mit Dr. med. Arno Bern.

Board Member European Society for Micrographic Surgery.

Schwerpunkte mikrographisch-kontrollierte Chirurgie und minimal-invasive Venenchirurgie.

Praxisklink Tübingen - Haut und Venen
Lehrpraxis der Universität Tübingen für das Fachgebiet Dermatologie
Europaplatz 2
D-72072 Tübingen
www.praxisklinik-tuebingen.de

Prof. Dr. med. Markus Meissner
Prof. Dr. med. Markus Meissner

Geschäftsführender Oberarzt der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Universitätsklinik Frankfurt (Direktor: Prof. Dr. R. Kaufmann) und Leiter der Dermatochirurgie sowie des Hautkrebszentrums.
Er vertritt das Fach der Dermatochirurgie in seiner ganzen Breite mit Schwerpunkten im Bereich der Tumorchirurgie, der Acne inversa und der operativen und ästhetischen Lasermedizin.
Wissenschaftlich beschäftigt er sich mit der stetigen Weiterentwicklung operativer Techniken sowie grundlagenwissenschaftlichen Fragestellungen zur Endothel- und Tumorzellbiologie und leitet hier eine eigenständige Arbeitsgruppe.

Prof. Dr. med. Markus Meissner
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
Universitätsklinikum Frankfurt
Theodor Stern Kai 7
D-60590 Frankfurt

http://www.kgu.de

weitere Mitglieder des Fachbereichs Spezielle Dermatochirurgie

Incidence and risk factors of blood splatter in dermatological surgery: how protective are full facial masks?

Wie manch einem brillentragenden Operateur ist mir der Zustand z. T. feinster Blutstropfen auf den Gläsern wohl vertraut. Große Bedenken hinsichtlich eines Risikos durch Blutspritzer hatte ich bislang nicht.

Auf der Suche nach einer besonderen dermatochirurgischen Publikation des letzten Jahres für diesen Newsletter „spritzte“ mir eine Studie im BJD gewissermaßen ins Auge:

Aguilar-Duran S, Panthagani A, Naysmith L, Holme SA

British Journal of Dermatology (2017) 176, pp270–280

Im Rahmen von dermatochirurgischen Eingriffen wurde die Kontamination des Operateurs bzw. der OP-Assistenz durch Blutspritzer auf 33 bzw. 15% geschätzt. OP-Mundschutz mit Visier wurde daher häufiger angewendet, um OP-Personal vor einer mukokutanen Virusübertragung zu schützen.

Die Autoren berichten in einem Letter über eine Studie zur Schutzwirkung von Visier-Mundschutz:

Bei insgesamt 345 dermatochirurgischen Eingriffen in einem Zeitraum von drei Wochen wurde 410x Mundschutz mit Visier (355x Operateur, 57x Assistenz) überprüft. Mit einem sehr sensitiven Test konnte Hämoglobin in 62 Fällen (15,1%) am Mundschutz nachgewiesen werden (Operateur 14,4%, Assistent 19%), wobei in 84% Blut lediglich auf der Außenseite des Visiers detektiert wurde. Durchschnittlich wurden 7,6 Blutstropfen (1-30) auf der Visieraußenseite gezählt. Bei 5% war auf der Außenseite des Visiers nur mikroskopisch Blut nachweisbar, jedoch fand sich in 4 Fällen (6%) Blutspritzer bzw. Hämoglobin auf der Innenseite des Visiers.

In der univariaten Analyse waren die Dauer einer Operation und der Gebrauch einer bipolaren Pinzette signifikante Risikofaktoren für Blutspritzer am Mundschutz, während eine Antikoagulation des Patienten keine Rolle spielte. In der multivariaten Auswertung war der Gebrauch bipolarer Elektrokoagulation der bedeutendste Risikofaktor für Blutspritzer (Odds Ratio 12,52; 95%-KI 3,87-40,43; p<0,001).

Das Besondere an dieser Untersuchung ist, dass mit einem sensitiven Hämoglobintest auch eine geringe Kontamination detektiert wurde und dass sogar auf der Innenseite des Visiers eine wohl aerosolbedingte Blutkontamination nachgewiesen werden konnte.

Die Autoren forderten daher, nach jedem Eingriff, auch ohne sichtbare Blutspritzer, grundsätzlich den Mundschutz zu wechseln. Das zwar geringe Risiko nach einer mukokutanen Blutexposition sollte nicht ignoriert werden. Da lediglich der Nachweis von Hämoglobin als Hinweis für eine Kontamination herangezogen wurde und nicht die Exposition mit anderen virushaltigen Körperflüssigkeiten, wurde möglicherweise ein zusätzliches Risiko nicht berücksichtigt.

Die Ergebnisse der Untersuchung erscheinen sehr plausibel.
Die wichtigste Botschaft der Arbeit ist, gerade beim Gebrauch bipolarer Elekrokoagulation einen Mundschutz mit Visier zu tragen.

Verfasser

Prof. Dr. Matthias Möhrle
Praxisklink Tübingen - Haut und Venen
Lehrpraxis der Universität Tübingen für das Fachgebiet Dermatologie
Europaplatz 2
D-72072 Tübingen