Krankenhaus-Reform: Qualität erhalten – Innovation ermöglichen – Versorgung sichern

24. Juli 2026
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Die Deutsche Gesellschaft für Dermatochirurgie (DGDC) unterstützt ausdrücklich das gesundheitspolitische Ziel, medizinische Leistungen dort ambulant zu erbringen, wo dies medizinisch sinnvoll, qualitativ hochwertig und im Interesse der Patientinnen und Patienten möglich ist. Die operative Dermatologie gehört seit Jahrzehnten zu den Vorreitern dieser Entwicklung. Bereits heute wird der überwiegende Teil dermatochirurgischer Eingriffe ambulant durchgeführt – sicher, effizient und mit hoher medizinischer Qualität.

Vor diesem Hintergrund verfolgt die DGDC die aktuellen Entwicklungen im Rahmen der Krankenhausreform sowie die Veränderungen der Vergütungs- und Abrechnungsstrukturen mit großer Aufmerksamkeit und zunehmender Sorge.

Die politischen Zielsetzungen einer stärkeren Ambulantisierung, einer sektorenübergreifenden Versorgung und einer effizienten Nutzung der vorhandenen Ressourcen werden ausdrücklich begrüßt. Gleichzeitig sehen wir jedoch die Gefahr, dass einzelne Reformelemente unbeabsichtigt genau jene Versorgungsstrukturen schwächen könnten, auf denen diese Ziele bereits heute maßgeblich beruhen.

Die Dermatochirurgie versorgt jährlich eine sehr große Zahl an Patientinnen und Patienten mit malignen und benignen Hauttumoren. Die Zahl dieser Eingriffe wird aufgrund der demografischen Entwicklung und der kontinuierlich steigenden Hautkrebsinzidenz weiter zunehmen. Gleichzeitig werden die Patientinnen und Patienten älter, multimorbider und weisen zunehmend komplexe Begleiterkrankungen auf. Die Anforderungen an eine qualitativ hochwertige operative Versorgung steigen daher kontinuierlich.

Parallel hierzu entwickelt sich die operative Dermatologie kontinuierlich weiter. Moderne bildgebende Verfahren, innovative operative Techniken sowie neue Konzepte der präoperativen Diagnostik und Therapieplanung tragen wesentlich dazu bei, Eingriffe sicherer, präziser und zunehmend ambulant durchführen zu können. Diese Innovationen erfordern jedoch erhebliche Investitionen in Technologie, Infrastruktur, Fortbildung und Personal.

Sollten die geplanten oder bereits eingeleiteten Veränderungen der Vergütungsstrukturen dazu führen, dass ambulante dermatochirurgische Leistungen wirtschaftlich nicht mehr in der bisherigen Qualität erbracht werden können, hätte dies weitreichende Konsequenzen für die Versorgung. Einschränkungen der ambulanten Dermatochirurgie würden nicht nur die wohnortnahe Behandlung zahlreicher Patientinnen und Patienten erschweren, sondern könnten zugleich zu einer Verlagerung von Leistungen in den stationären Bereich führen – und damit dem eigentlichen Ziel der Ambulantisierung entgegenwirken.

Aus Sicht der DGDC ist deshalb entscheidend, dass gesundheitspolitische Reformen die tatsächlichen
Versorgungsrealitäten der operativen Dermatologie berücksichtigen. Ambulante Dermatochirurgie ist kein Bereich mit bislang ungenutztem Ambulantisierungspotenzial – sie ist bereits heute ein zentraler Pfeiler einer sektorenübergreifenden Versorgung. Diese Strukturen gilt es zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Hierzu gehören insbesondere:

  • eine auskömmliche und leistungsadäquate Vergütung ambulanter dermatochirurgischer Eingriffe,
  • eine sachgerechte Berücksichtigung der zunehmenden Komplexität operativer Behandlungen,
  • die Förderung sektorenübergreifender Kooperationen zwischen niedergelassenen Praxen und Hautkliniken,
  • die Unterstützung innovativer diagnostischer und operativer Verfahren sowie
    verlässliche Rahmenbedingungen für Weiterbildung, Nachwuchsförderung und die langfristige Sicherung
    operativer Expertise.

Die DGDC versteht sich als konstruktiver Partner bei der Weiterentwicklung der dermatologischen Versorgung. Wir sind überzeugt, dass die Ziele einer modernen Gesundheitspolitik – Ambulantisierung, sektorenübergreifende Zusammenarbeit und eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung – nur dann dauerhaft erreicht werden können, wenn bestehende leistungsfähige Versorgungsstrukturen gestärkt und nicht unbeabsichtigt geschwächt werden.

Die DGDC bietet ihre fachliche Expertise ausdrücklich an, um die anstehenden Reformprozesse gemeinsam mit Politik, Selbstverwaltung und den wissenschaftlichen Fachgesellschaften im Sinne einer nachhaltigen und patientenorientierten Versorgung zu begleiten.

PD Dr.med. Dr.med. univ. Lukas Kofler
Präsident der DGDC

Prof. Dr.med. Sonja Grunewald
Vizepräsidentin der DGDC

Dr. med. Sonja Dengler
Schatzmeisterin der DGDC

Dr.med. Sylke Schneider-Burrus
Sekretärin der DGDC

PD Dr.med. Thomas Volz
Alt-Präsident der DGDC

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