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Angiosarkom (AS)

Was versteht man unter einem Angiosarkom?

Das Wort Sarkom leitet sich von dem altgriechischen Wort für „Fleisch“ ab. Sarkome sind seltene bösartige, meist aggressive Tumore im Knochen-, Muskulatur- oder Bindegewebe. Unter die hier beschriebenen Angiosarkome fallen verschiedene Tumore der Blut- oder Lymphgefäße der Haut. Beide Gefäßsysteme gehören zum Bindegewebe. Je nachdem, wo die Tumore auftreten, unterscheidet man das am häufigsten vorkommende Angiosarkom auf der Kopf- und Gesichtshaut und das eher seltene Angiosarkom nach einer Strahlentherapie in den bestrahlten Hautarealen. Ebenfalls nur sehr wenige Patienten haben ein Lymphangiosarkom. Es betrifft meist Frauen mit chronischen Lymphödemen der Beine und Arme.

Wie sieht ein Angiosarkom aus?

Diese Hauttumore zeigen sich meistens als flach erhabene rötliche oder blau-rötliche bis glasige Flecken, die schnell größer werden. Später können blutende Knoten und Geschwüre entstehen. Bei den meisten Betroffenen zeigen sich die Flecken zunächst in der Kopf-Hals-Region, am Unterarm und Unterschenkel. Das Angiosarkom auf der Kopf- und Gesichtshaut betrifft ältere Menschen zwischen dem 60. und 80. Lebensjahr, und zwar doppelt so viele Männer wie Frauen.

Welche Ursachen hat ein Angiosarkom?

Die Tumore entstehen aus Endothelzellen, das sind spezialisierte plattenförmige Zellen, die die Innenseite von Blut- und Lymphgefäßen auskleiden. Die genauen Ursachen sind unklar. Man weiß aber inzwischen, dass eine Strahlentherapie ein Risiko darstellt. Außerdem scheinen Lymphödeme und eine genetische Veranlagung eine Rolle zu spielen.

Wie gefährlich ist ein Angiosarkom?

Diese Hautkrebsformen sind sehr bösartig. Sie bleiben oftmals lange Zeit unbemerkt, bis die Tumore anfangen zu bluten, Schwellungen im Gesicht auftreten oder Fernmetastasen schmerzen. Diese Tochtergeschwülste entstehen durch gestreute Krebszellen in Lunge, Leber oder Milz. In bestimmten Fällen können sehr starke ziehende und stechende Ischämieschmerzen auftreten.

Info

Untersuchen Sie regelmäßig selbst Ihre Haut. Entdecken Sie eine Hautveränderung, ziehen Sie einen Hautarzt zu Rate. Im Alter ab 35 Jahren ist ein Hautkrebs-Screening zu empfehlen. Es wird alle zwei Jahre von den Krankenkassen übernommen.

Die bösartige Erkrankung, die zudem mit Tumoren an sichtbaren Hautarealen einhergeht, kann psychisch sehr belasten. Eine psychotherapeutische Begleitung bietet Hilfe und Halt. Je nach individueller Situation kommt eine stationäre Rehabilitation in Betracht.

Tipp

Entdecken Sie rötliche Flecken auf der Haut, suchen Sie einen kompetenten Hautarzt auf. Das Problem ist, dass das Angiosarkom anfangs oft mit der sogenannten Rosacea (Kuperrose) verwechselt wird, einer entzündlichen chronischen Erkrankung der Haut. Holen Sie sich eine Zweitmeinung bei einem weiteren Hautarzt ein, wenn Sie unsicher sind.

Wie wird ein Angiosarkom behandelt?

Die Behandlung sollte in einem spezialisierten Tumorzentrum erfolgen. Therapie der ersten Wahl ist die radikale operative Entfernung, in der Fachsprache Exzision genannt, mit großem Sicherheitsabstand im gesunden Gewebe. Anschließend erfolgt in den meisten Fällen eine Strahlen- und Chemotherapie. Sehr große Tumore werden mit einer Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie behandelt. Eventuelle weitere Therapien im fortgeschrittenen Stadium erwogen werden, können mit dem Arzt besprochen werden.

Info

Die Therapie des Angiosarkoms wird heutzutage für jeden Patienten individuell in einem interdisziplinären „Tumor-Board“ mit spezialisierten Fachärzten aus der Dermatologie, Strahlenmedizin, Onkologie und weiteren Fachrichtungen besprochen. Es wird dann gemeinsam mit dem Patienten die für ihn beste Behandlung ausgewählt.

Die bösartige Erkrankung, die zudem mit Tumoren an sichtbaren Hautarealen einhergeht, kann psychisch sehr belasten. Eine psychotherapeutische Begleitung bietet Hilfe und Halt. Je nach individueller Situation kommt eine stationäre Rehabilitation in Betracht.

Zitat

„Bei den Angiosarkomen sind die Früherkennung und eine chirurgische Therapie – und zwar so früh wie irgend möglich – extrem wichtig.“ Prof. Dr. med. Cornelia Müller, Oberärztin der Abteilung für Dermatopathologie der Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie des UKS – Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg

Info

Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, in welchen Abständen Sie zur Nachsorgeuntersuchung kommen sollen. Da die Erkrankung meist rasch fortschreitet, ist ein Turnus von sechs Wochen bis drei Monaten ratsam.

Quellen und weitere Informationen

Stiftung Deutsche Krebshilfe (Hrsg.): Hautkrebs. Aus der Reihe „Die blauen Ratgeber“. 2018

S1-Kurzleitlinie – Angiosarkom der Haut und Karposi-Sarkom (Update 2012): https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/032-025l_S1_Angiosarkom-Kaposi_2012-abgelaufen.pdf

e.Medpedia vom Springer Verlag und Springer Medizin Verlag: https://www.springermedizin.de/emedpedia/dgim-innere-medizin/boesartige-gefaesstumoren-angiosarkom-lymphangiosarkom?epediaDoi=10.1007%2F978-3-642-54676-1_342

https://www.klinikum-bochum.de/zentren/hauttumorzentrum-bochum/krankheitsbilder.html

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