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Rhinophym | Rhinophyma

Was ist ein Rhinophym?

Ein Rhinophym ist eine große knollig verformte und zerfurchte Nase. Die Krankheit ist eine schwere Form der chronisch entzündlichen Hauterkrankung Rosazea. Sie wird umgangssprachlich auch „Knollennase“ genannt. Betroffen sind vor allem Männer im Alter von 50 bis 70 Jahren. Ein Rhinophym entsteht über viele Jahre und ist weder schmerzhaft noch ansteckend.

Info

Obwohl das Rhinophym eine Ausprägung der Rosazea ist, entwickelt nicht jeder Betroffene, der an dieser chronisch entzündlichen Hauterkrankung leidet, eine „Knollennase“.

Wie sieht ein Rhinophym aus?

Im ersten Stadium zeigen sich auf der Nasenhaut weiche Wucherungen des Bindegewebes und der Talgdrüsen. In der Fachsprache nennt man diese Veränderungen Phyme. Sie können sich selten am Kinn (Gnatophym), auf der Stirn (Metophym) oder den Ohren (Otophym) bilden. Die Poren vergrößern sich immer mehr, die Hautoberfläche wird grob und unregelmäßig. Das zweite Stadium der Erkrankung ist geprägt von kleinen Knötchen, mit Eiter gefüllten Bläschen und verhärteten Gewebearealen. Im weiteren Verlauf und der dritten Phase entwickeln sich unförmige, asymmetrische Wucherungen und Zysten mit talgigem Sekret.

Ein typisches Rhinophym diagnostiziert der Hautarzt mit Blick- und Tastbefund. Die Knötchen sind typischerweise weich und elastisch, dazwischen liegen harte Gewebestränge. Eine Gewebeprobe, um eine bösartige Erkrankung auszuschließen, ist nur sehr selten nötig.

Welche Ursachen hat ein Rhinophym?

Obwohl ein Rhinophym in manchen Familien öfter vorkommt als in anderen, existieren keine wissenschaftlichen Belege für eine Vererbung der Erkrankung. Experten vermuten als Ursache vielmehr eine individuelle Neigung dafür, eine „Knollennase“ zu entwickeln, hinzu kommen bestimmte Risikofaktoren wie zum Beispiel der Genuss von Alkohol und Koffein. Achtung: Entgegen des häufig noch vorhandenen Vorurteils, es handele sich beim Rhinophym um eine „Säufernase“, ist übermäßiger Alkoholkonsum nicht direkter Auslöser der verformten Nase.

Tipp

Wenn Sie an einer Rosazea oder zusätzlich an einem Rhinophym leiden, sollten Sie Alkohol, Koffein, Nikotin, emotionalen Stress, UV-Strahlung, Hitze, starke Kälte, Wind, heißen Wasserdampf, scharf gewürzte Speisen und fetthaltige Gesichtscremes meiden.

Mitverantwortlich für die Hautentzündung der Betroffenen können Haarbalgmilben namens Demodex folliculorum sein, die an den Haarfollikeln der Haut leben. Diese winzigen, fast durchsichtigen Milben kommen bei allen Menschen mit zunehmendem Alter vor. Sie sind an sich harmlos, können aber bei stärkerem Befall eine Erkrankung wie zum Beispiel die Rosazea hervorrufen.

Wie problematisch ist ein Rhinophym?

Ein Rhinophym ist prinzipiell ungefährlich und geht nur ausgesprochen selten in einen Hautkrebs über. Es kann das Tragen einer Brille oder in schweren Fällen das Atmen durch die Nase erschweren. Psychisch leiden Betroffene oftmals stark darunter, dass sie sich mit der verformten Nase nicht mehr wiedererkennen.

Wie wird ein Rhinophym behandelt?

Geht das Rhinophym mit einer Rosazea einher, lässt sich die Hauterkrankung zu einem sehr frühen Zeitpunkt täglich und über mehrere Wochen mit einer Salbe behandeln, die den Wirkstoff Dora- oder Ivermectin enthält. Sie ist verschreibungspflichtig und bekämpft die bei Betroffenen vermehrt vorkommenden Haarbalgmilben.

Im ersten Krankheitsstadium wird eine medikamentöse Therapie mit einem antientzündlich wirkenden Antibiotikum wie zum Beispiel einem Tetrazyklin versucht. Äußerlich können die Talgdrüsen mit Isotretinoin, einem künstlichen Vitamin-A-Säure-Abkömmling, verkleinert werden. Je nach individueller Ausprägung des Rhinophyms und/oder Dosierung der Arznei kann es Wochen bis Monate dauern, bis sich das Hautbild verbessert hat. Fühlen sich Betroffene beruflich und privat durch ihr Aussehen stark verunsichert, kann psychologische Hilfe unterstützen.

Info

Antibiotika aus der Gruppe der Tetrazykline und Isotretinoin dürfen nicht zusammen angewendet werden!

Sind die Hautveränderungen schon weit fortgeschritten, ist die Operation eines Rhinophyms von erfahrenen Dermatologen in einem Hautzentrum die Therapie der ersten Wahl.

Zitat

„Ein Rhinophym lässt sich sehr gut chirurgisch behandeln. Die Patienten sind in der Regel mit dem Ergebnis ausgesprochen zufrieden und bedauern, dass sie den Eingriff nicht schon früher haben vornehmen lassen.“ PD Dr. med. univ. Dr. med. Lukas Kofler, Funktionsoberarzt Operative Dermatologie und Leiter des Zentrums für Seltene Hauterkrankungen der Hautklinik am Universitätsklinikum Tübingen.

Es gibt verschiedene operative Verfahren, um die Gewebe- und Talgdrüsenwucherungen zu entfernen:

Eine Dermabrasio ist eher für kleine betroffene Gewebestellen geeignet. Diese werden mit einer Art Fräse Schicht um Schicht abgetragen.

Beim klassischen chirurgischen Eingriff wird überschüssiges Gewebe mit Skalpell und Hautkürette entfernt und die darunter liegende Nasenform modelliert.

Mithilfe eines sogenannten CO2-Lasers können Gewebewucherungen sehr präzise und ohne dass es blutet, verdampft werden.

Die Elektro- oder Kryochirurgie, bei der Gewebe entweder mit einer elektrischen Schlinge abgelöst oder flüssigem Stickstoff zerstört wird, finden heute nur noch sehr selten Anwendung.

Welche Prognose hat ein Rhinophym?

Unbehandelt schreiten die Gewebeveränderungen an der Nase kontinuierlich fort. Doch insbesondere mithilfe operativer Behandlungsmethoden lässt sich die „alte“ Nasenform wieder herstellen. Nach der Operation ist die Nasenregion geschwollen und mit Wundschorf überzogen. Sorgfältiges Eincremen mit Wundsalbe und Desinfizieren bewirken eine rasche Heilung innerhalb von Tagen bis wenigen Wochen. In der Regel sind keine oder aber nur sehr wenige Narben zu sehen. Etwa zwei Drittel der Betroffenen bleiben frei von einem neuen Rhinophym.

Tipp

Suchen Sie bereits bei den ersten Anzeichen eines erneuten Rhinopyhms Ihren Dermatologen auf. Die Nase kann mit einem kleinen Eingriff problemlos nachbehandelt werden.

Quellen und weitere Informationen

What is a rhinophyma?

A rhinophyma is a large bulbous and furrowed nose. The disease is a severe form of the chronic inflammatory skin disease rosacea. It is also colloquially called "bulbous nose". It mainly affects men between the ages of 50 and 70. Rhinophyma develops over many years and is neither painful nor contagious.

Info

Although rhinophyma is a manifestation of rosacea, not everyone who suffers from this chronic inflammatory skin disease develops a "bulbous nose".

What does a rhinophyma look like?

In the first stage, soft growths of connective tissue and sebaceous glands appear on the skin of the nose. In technical language, these changes are called phyme. They can rarely form on the chin (gnatophyma), on the forehead (metophyma) or the ears (otophyma). The pores enlarge more and more, the skin surface becomes coarse and irregular. The second stage of the disease is characterised by small nodules, pus-filled blisters and hardened areas of tissue. In the further course and the third stage, misshapen, asymmetrical growths and cysts with sebaceous secretions develop.

A typical rhinophyma is diagnosed by the dermatologist with visual and tactile findings. The nodules are typically soft and elastic, with strands of hard tissue in between. A tissue sample to exclude a malignant disease is only very rarely necessary.

What are the causes of rhinophyma?

Although rhinophyma is more common in some families than others, there is no scientific evidence that the condition is inherited. Experts suspect that the cause is rather an individual tendency to develop a "bulbous nose", in addition to certain risk factors such as the consumption of alcohol and caffeine. Attention: Contrary to the frequent prejudice that rhinophyma is a "drunkard's nose", excessive alcohol consumption is not the direct cause of the deformed nose.

Tip

If you have rosacea or additional rhinophyma, you should avoid alcohol, caffeine, nicotine, emotional stress, UV radiation, heat, severe cold, wind, hot water vapour, spicy foods and fatty face creams.

Hair follicle mites called Demodex folliculorum, which live on the hair follicles of the skin, can be partly responsible for the skin inflammation of those affected. These tiny, almost transparent mites occur in all people as they age. They are harmless in themselves, but can cause a condition such as rosacea if the infestation is more severe.

How problematic is a rhinophyma?

Rhinophyma is generally harmless and only very rarely turns into skin cancer. It can make it difficult to wear glasses or, in severe cases, to breathe through the nose. Psychologically, those affected often suffer greatly from the fact that they no longer recognise themselves with the deformed nose.

How is rhinophyma treated?

If the rhinophyma is accompanied by rosacea, the skin disease can be treated at a very early stage daily and for several weeks with an ointment containing the active ingredient dora- or ivermectin. It is only available on prescription and fights the hair follicle mites that occur more frequently in those affected.

In the first stage of the disease, drug therapy with an anti-inflammatory antibiotic such as a tetracycline is tried. Externally, the sebaceous glands can be reduced with isotretinoin, an artificial vitamin A acid derivative. Depending on the individual severity of the rhinophyma and/or the dosage of the medication, it can take weeks to months for the skin condition to improve. If those affected feel very insecure about their appearance, both professionally and privately, psychological help can be helpful.

Info

Antibiotics from the tetracycline group and isotretinoin must not be used together!

If the skin changes are already far advanced, surgery of a rhinophyma by experienced dermatologists in a skin centre is the therapy of first choice.

Quote

"Rhinophyma can be treated very well surgically. Patients are usually extremely satisfied with the result and regret that they did not have the procedure done earlier." Dr. med. univ. Dr. med. Lukas Kofler, Functional Senior Physician Operative Dermatology and Head of the Centre for Rare Skin Diseases of the Department of Dermatology at the University Hospital Tübingen.

There are several surgical procedures to remove the tissue and sebaceous gland growths:

A dermabrasion is more suitable for small affected areas of tissue. These are removed layer by layer with a kind of cutter.

In the classic surgical procedure, excess tissue is removed with a scalpel and skin curette and the underlying nose shape is modelled.

With the help of a so-called CO2 laser, tissue growths can be vaporised very precisely and without bleeding.

Electrosurgery or cryosurgery, in which tissue is either detached with an electric snare or destroyed with liquid nitrogen, are very rarely used today.

What is the prognosis for rhinophyma?

If left untreated, the tissue changes in the nose progress continuously. However, the "old" shape of the nose can be restored, especially with the help of surgical treatment methods. After the operation, the nose area is swollen and covered with scabs. Careful application of ointment and disinfection will result in rapid healing within days to a few weeks. As a rule, there are no or very few scars to be seen. About two thirds of those affected remain free of a new rhinophyma.

Tip

Consult your dermatologist at the first sign of a recurrence of rhinopyma. The nose can be easily retreated with a minor procedure.

Sources and further information

News DGDC

Oberärztin/Oberarzt (m/w/d) für den Bereich Interventionelle Phlebologie

  • Essen, Deutschland
  • Vollzeit, 42 h
  • Abteilung: Klinik für Dermatologie
  • Anstellungsoptionen: Unbefristet

Die Autoren des Manuskripts, für das PD Dr. P. Jansen den Publikationspreis der DGDC 2023 erhalten hat, haben gemeinsam entschieden, das Preisgeld in Höhe von 1000 € der brasilianischen Stiftung „O amor vencerá“ („Die Liebe wird siegen“) zu spenden.

Weiterbildungsassistent (m/w/d) für Dermatologie und Venerologie

  • Heidelberg, Deutschland
  • Vollzeit
  • Abteilung: Ärztlicher Dienst
  • Anstellungsoptionen: Befristet