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Merkelzellkarzinom (MCC)

Was ist ein Merkelzellkarzinom?

Ein Merkelzellkarzinom ist ein seltener, aggressiver und schnell wachsender Hautkrebs. Er bildet früh Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, in Lymphknoten und anderen Organen. Betroffen sind vor allem ältere Menschen im Alter von rund 70 Jahren, Männer etwas häufiger als Frauen. Der Name der Erkrankung rührt daher, dass man lange Zeit dachte, dass die Merkel-Zellen in der Haut Ursprung für diesen Krebs sind. Denn diese Hautzellen, die eine Rolle beim Tastsinn spielen, ähneln in manchen Dingen den Krebszellen. Die Annahme gilt inzwischen als überholt.

Wie sieht ein Merkelzellkarzinom aus?

Die Tumore sind auffällig: Meist sind es rötliche bis violett-bläuliche, glatte und glänzende weiche Halbkugeln oder Knoten auf der Haut. Sie entstehen vor allem im Kopf-Halsbereich und dort am häufigsten im Gesicht, an den Armen und Beinen. Oft sind sie von feinen Blutgefäßen durchzogen. Später können Knotenanhäufungen entstehen, die eisbergartig in die Tiefe wachsen. Seltener kommt das Merkelzellkarzinom am Rumpf vor, hier kann es auch fleckenförmig aussehen. Ein wichtiges Kennzeichen des MCC: Der Tumore tut nicht weh.

Welche Ursachen hat ein Merkelzellkarzinom?

Bei 80 Prozent der Betroffenen in Europa und den USA befindet sich das krebsfördernde sogenannte Merkelzell-Polynomvirus im Tumorgewebe. Allerdings haben die meisten Menschen dieses Virus in sich, ohne daran zu erkranken. Aus diesem Grund vermuten Forscher, dass jahrelang zu viel UV-Strahlen oder ein geschwächtes Immunsystem weitere wesentliche Risiken dafür sind, diesen Hautkrebs zu entwickeln. Patienten, bei denen zum Beispiel nach einer Organtransplantation oder mit bestimmten Erkrankungen ein Merkelzellkarzinom entsteht, sind häufig jünger als 50 Jahre alt. Betroffene mit einem Basalzellkarzinom, einem Stachelzellkarzinom oder einem schwarzen Hautkrebs, einem sogenannten Melanom, haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko für ein Merkelzellkarzinom.

Info

Menschen mit heller Haut sind empfindlicher gegen UV-Strahlung und haben ein höheres Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Sie sollten sich deswegen mit dunkler und langärmeliger Kleidung aus dichtem Stoff schützen und Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor auf freie Hautpartien auftragen.

Tipp

Lassen Sie regelmäßig ein Hautkrebs-Screening vom Hautarzt vornehmen. Es wird ab einem Alter von 35 Jahren alle zwei Jahre von den Krankenkassen übernommen. Eine Früherkennung erhöht die Chance, dass im Falle einer Erkrankung die zügig eingeleitete Therapie erfolgreich ist.

Wie wird ein Merkelzellkarzinom behandelt?

Operation

Hat der Tumor noch keine Metastasen gebildet, ist seine komplette operative Entfernung, in der Fachsprache Exzision genannt, mit ausreichendem Sicherheitsabstand die Therapie der ersten Wahl. Da sich die Tumorzellen über die Lymphbahnen verbreiten, wird bei dem Eingriff auch der Lymphknoten entfernt, der dem Tumor am nächsten liegt. Er heißt Schildwächterlymphknoten und wird feingeweblich untersucht. Ist er von Krebszellen erfasst, wird er auch entfernt. Weitere befallene Lymphknoten oder einzelnen Metastasen in Organen schneiden die Operateure ebenfalls heraus.

Zitat

„Je früher Merkezellkarzinome erkannt und bei der OP vollständig entfernt werden, desto besser ist die Prognose für die Betroffenen.“ Prof. Dr. med. Cornelia Müller, Oberärztin der Abteilung für Dermatopathologie der Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie des UKS – Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg.

Strahlentherapie

Die Tumorzellen reagieren sehr sensibel auf Strahlen. Deswegen wird die Tumor- und benachbarte Lymphabfluss-Region in der Regel nach der Operation einer Strahlentherapie unterzogen. Diese kann das Risiko eines Rezidivs, das heißt eines Wiederauflebens des Merkelzellkarzinoms, deutlich senken. Im fortgeschrittenen Stadium wird zusätzlich zur Immun- oder Chemotherapie eine Strahlenbehandlung eingesetzt.

Immuntherapie

Ist die Erkrankung in einem späteren Stadium oder sind Fernmetastasen vorhanden, kann eine Immuntherapie in Betracht kommen. Je nach Therapiekonzept und Dosis werden ein Jahr lang in zwei- bis sechswöchigen Abständen spezielle Medikamente als Infusion gegeben. Sie stimulieren die körpereigene Abwehr und können die Zeit ohne einen Rückfall verlängern.

Chemotherapie

Schreitet die Erkrankung trotz einer Immuntherapie fort, kann eine Chemotherapie in Erwägung gezogen werden. Es kommt aber darauf an, wie der allgemeine Zustand des Patienten ist. Die Hauttumore werden in der Regel von den Zellgiften bekämpft, allerdings nicht von langer Dauer.

Info

Die Therapie des Angiosarkoms wird heutzutage für jeden Patienten individuell in einem interdisziplinären „Tumor-Board“ mit spezialisierten Fachärzten aus der Dermatologie, Strahlenmedizin, Onkologie und weiteren Fachrichtungen besprochen. Es wird dann gemeinsam mit dem Patienten die für ihn beste Behandlung ausgewählt.

Wie sieht die Nachsorge beim Merkelzellkarzinom aus?

Da Merkelzellkarzinome oft rasch wiederaufleben, sollten die Patienten in den ersten zwei Jahren alle drei Monate kontrolliert werden. Danach sollte drei Jahre lang alle sechs Monate eine Untersuchung erfolgen.

Tipp

Untersuchen Sie oder Ihr Partner/Ihre Partnerin auch regelmäßig bei gutem Licht selbst Ihre Haut auf Veränderungen. Denken Sie daran, Finger- und Zehen-Zwischenräume sowie die Fußsohlen zu überprüfen. Vergessen Sie nicht die Kopfhaut unter den Haaren.

Quellen und weitere Informationen

S12k-Leitlinie – Merkelzelkarzinom (MZK, MCC, neuroendokrines Karzinom der Haut) – Update 2018: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/032-023l_S2k_Merkelzellkarzinom_2018-12.pdf

Bayerische Krebsgesellschaft (Hrsg.): Patientenratgeber Hautkrebs. 2. überarbeitete Auflage 2020

Stiftung Deutsche Krebshilfe (Hrsg.): Hautkrebs. Aus der Reihe „Die blauen Ratgeber“. 2018

Breier, Friedrich; Gruber, Karin: Hautkrebs. Vorbeugen, erkennen, behandeln. Wien: Verlagshaus der Ärzte, 2017

ONKO Internetportal: https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/hautkrebs/merkelzellkarzinom-seltener-hautkrebs.html

Katholisches Klinikum Bochum – Hauttumorzentrum: https://www.klinikum-bochum.de/zentren/hauttumorzentrum-bochum/krankheitsbilder.html

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