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Basalzellkarzinom

Was ist ein Basalzellkarzinom?

Das Basalzellkarzinom, veraltet Basaliom genannt, gehört zusammen mit dem Plattenepithelkarzinom zum sogenannten „weißen Hautkrebs“. Es ist in Mitteleuropa der häufigste bösartige Tumor. In Deutschland wurden im Jahre 2016 bei schätzungsweise 170.550 Menschen ein Basalzellkarzinom diagnostiziert. Werden die ersten kleinen Hautstellen im Frühstadium operativ entfernt, heilen sie vollständig aus. Ist das Basalzellkarzinom weit fortgeschritten, ist es schwer zu behandeln.

Wie äußert sich ein Basalzellkarzinom?

Im Unterschied zum dunkel aussehenden „schwarzen Hautkrebs“, dem malignen Melanom, handelt es sich beim Basalzellkarzinom in der Regel um haut- bis rötlichfarbene knotige Tumore. Sie glänzen perlmuttartig, sind oft von kleinen aneinandergereihten Knötchen umsäumt, an ihrer Oberfläche schimmern feine Äderchen durch. Ein Basalzellkarzinom kann sich aber beispielsweise auch durch schuppige, verfärbte oder unebene Hautstellen zeigen.

Welche Ursachen hat ein Basalzellkarzinom?

Der Name rührt daher, dass sich dieser Krebs aus den Basalzellen in der tiefen Hautschicht entwickelt. Er tritt vor allem an Nase, Ohren, Unterlippen, Nacken und Händen auf, an Hautstellen also, die in der Regel unbedeckt der Sonne ausgesetzt sind. Deswegen erkranken vor allem Menschen, die sich jahrelang intensiv der UV-Strahlung ausgesetzt oder im Freien gearbeitet haben. Ein erhöhtes Risiko haben helle Hauttypen; Männer und ältere Menschen sind häufiger betroffen.

Tipp

Meiden Sie zwischen 11 und 15 Uhr die pralle Sonne. Schirmen Sie Ihre Haut mit langärmeligen T-Shirts und weiten langen Hosen ab. Kleidung aus dichtem Stoff und dunklen Farben ist besonders gut geeignet. Tragen Sie einen breitkrempigen Hut und eine Sonnenbrille. Benutzen Sie Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor für unbedeckte Hautpartien.

Wie gefährlich ist ein Basalzellkarzinom?

Wie gefährlich ist ein Basalzellkarzinom? Ein Basalzellkarzinom wächst langsam und bildet im Gegensatz zum „schwarzen Hautkrebs“ nur sehr selten Tochtergeschwülste, so genannte Metastasen, an anderen Stellen. Dennoch sollte man ein Basalzellkarzinom nicht auf die leichte Schulter nehmen: Es kann in umliegendes Gewebe eindringen und Knorpel und Knochen befallen. Ein Basalzellkarzinom hat keine Vorstufen, das heißt, bereits die ersten Anzeichen sind bösartig.

Info

Ein Basalzellkarzinom ist gut mit bloßem Auge zu sehen. Untersuchen Sie deswegen regelmäßig selbst Ihre Haut. Entdecken Sie eine Hautveränderung, ziehen Sie einen Hautarzt zu Rate. Im Alter ab 35 Jahren ist ein Hautkrebs-Screening zu empfehlen. Es wird alle zwei Jahre von den Krankenkassen übernommen.

Wie wird ein Basalzellkarzinom behandelt?

Die operative Entfernung mit Schnittrandkontrolle, in der Fachsprache mikrographisch kontrollierte Exzision genannt, ist die effektivste und sicherste Therapie. Sie ist der Goldstandard zur lokalen Behandlung des Basalzellkarzinoms.

Zitat

Zitat: „Mehr als 95 Prozent aller Basalzellkarzinome lassen sich durch eine Exzision sicher und vollständig behandeln. Das Risiko eines Rückfalls ist mit zwei Prozent relativ gering.“ PD Dr. med. habil. Tino Wetzig, Chefarzt der Abteilung für Dermatologie, Dermatochirurgie und Allergologie in der Asklepios Klinik Weissenfels

Weitere Möglichkeiten der Behandlung

Je nach Tumortyp und Befinden des Patienten kann eine Strahlentherapie erfolgen. Das ist meist dann sinnvoll, wenn eine Operation nicht ausreicht, um das Tumorgewebe herauszuschneiden oder aus anderen Gründen nicht möglich ist. Die Nebenwirkungen der Strahlentherapie sind relativ gering. Nach der Bestrahlung kann es zu einer mehrere Stunden bis Tage andauernden Entzündung der Haut kommen. Eine Spätfolge: 10 bis 20 Jahre später sind die bestrahlten Hautstellen vorzeitig gealtert. Die Haut wird sehr viel dünner und faltig.

Eine weitere Alternative zur OP ist im Falle eines oberflächlichen Basalzellkarzinoms möglicherweise die lokale Behandlung mit einer Arzneimittel-Salbe, die die Immunantwort auf die Tumorzellen anregt oder das Zellwachstum hemmt.

Ein oberflächliches Basalzellkarzinom lässt sich auch mit einer photodynamischen Therapie (PDT) behandeln. Dabei wird eine Salbe mit einem lichtempfindlichen Wirkstoff lokal auf das bösartige Gewebe aufgetragen und dann mit einem kalten Rotlicht bestrahlt.

Ist das Basalzellkarzinom fortgeschritten, kann man die Einnahme eines Medikamentes in Erwägung ziehen. Der neu zugelassene Wirkstoff Vismodegib unterdrückt das Wachstum von Krebszellen.

Info

Welche Behandlung für Sie infrage kommt, hängt von Art, Ausdehnung und Stadium des Basalzellkarzinoms ab. Sprechen Sie mit Ihrem Hautarzt, um mit ihm die für Sie bestmögliche Behandlung herauszufinden.

Quellen und weitere Informationen

S2k-Leitlinie Basalzellkarzinom der Haut (Aktualisierung 2017/18), Leitlinie im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie (ADO) der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG): https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/032-021l_S2k_Basalzellkarzinom-der-Haut_2018-09_01.pdf

ONKO Internetportal: Basalzellkarzinom: heller oder weißer Hautkrebs: https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/hautkrebs/basalzellkarzinom.html

Bayerische Krebsgesellschaft (Hrsg.): Patientenratgeber Hautkrebs. 2. überarbeitete Auflage 2020.

gesundheitsinformation.de vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Weißer Hautkrebs: https://www.gesundheitsinformation.de/wie-verlaeuft-weisser-hautkrebs.2618.de.html?part=verlauf-dm

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